Fragen und Antworten

 

 

 

 

Am 1. Juli 2008 schrieb uns Frau X.Y.:


Fragen zu einer Partnerschaft mit einem Bekenntnislosen
und zur Masturbation

Hallo!

Mir ist der Glaube sehr wichtig und jetzt habe ich jemanden kennengelernt, der bekenntnislos ist. Allerdings bin ich unschlüssig, ob ich mich auf ihn einlassen soll oder nicht. Wir verstehen uns gut und haben schon eine gewisse Vertrauensbasis geschaffen.
Meine größte Frage ist, ob ich mit einem Menschen der bekenntnislos ist glücklich werden kann, wenn mir der eigene Glauben sehr wichtig ist, wenn ich also das Wichtigste in meinem Leben nicht mit meinem Partner teilen kann. Das Beten, die gemeinsamen Gottesdienstbesuche...


Eine andere Sache ist, die mir ein wenig Sorgen bereitet, dass ich hin und wieder den Drang habe mich zu mastubieren. Es geht sogar so weit, dass ich anderen im Internet dabei zusehe, mich aber selber nie zeige, weil ich mich schäme. Was genau sagt die Bibel dazu? Was bringt es, wenn ich das beichte und dann ein paar Wochen wieder begehe... Vielleicht auch, weil ich weiß, Gott vergibt mir immer.
Ich danke Ihnen für das Ernstnehmen meiner Gedanken und für Ihre Antwort.

Viele Grüße.
X.



Unsere Antwort:

Liebe Frau Y,
Ihre Frage, ob man mit einem konfessionslosen Partner glücklich werden kann, stellen sich viele Menschen. Es spricht sicher viel für Partnerschaften mit gleicher Konfession und Denkart und die Erfahrungen vieler Menschen können das bestätigen. Entscheidend für eine anhaltende glückliche Partnerschaft ist aber eher die Frage nach der Toleranz und der Feinfühligkeit des Partners für das ihm Fremde - und dazu gehören nicht nur die Konfession sondern auch das andere Geschlecht, d.h. in Ihrem Fall die Weiblichkeit - und ob er generell einen Zugang zum "Übermateriellen" und Religiösen hat. Hier müssen Sie sich in einer beginnenden Partnerschaft sorgsam prüfen. Im Stadium des Verliebtseins ist ja der kritische Blick für solche Fragen manchmal verbaut. Und ob jemand "bekenntnislos" ist, sagt meist nichts darüber aus, ob er verständnisvoll, tolerant, religionsoffen oder lernfähig für das Fremde ist.

Wenn sich jemand als Angehöriger einer christlichen Konfession bekennt, heißt das andererseits auch nicht, dass er andere Bekenntnisse toleriert und respektvoll mit anderen umgeht. Es gibt auch immer mehr Menschen, die konfessionslos oder in Konfessionen erzogen wurden, die der Ihren diametral entgegenstehen. Damit reduziert sich das Spektrum der Möglichkeit konfessionsgleicher Partnerschaften.

Wenn Ihnen Ihr Glaube und vor allem die gemeinsame Praxis Ihres Glaubens wichtig ist, müssen Sie schon in dieser Phase offen miteinander über diese Themen reden. Ideale Partner gibt es bekanntlich nicht, aber viele, die veränderungs- und lernfähig sind. Liebe vermag alles.
Es empfiehlt sich vielleicht, unsere Antworten zu lesen, die wir hier auf ähnliche Fragen gegeben haben z. B. 6.12.2002, 23.10.2004, oder unlängst 5.2.2008. Wir sind auch gern bereit Ihre Frage neu zu beantworten, wenn sie konkreter wird.

Bei Ihrer mutigen und bewundernswerten Frage nach der Masturbation gibt es einen allgemeinen, "wissenschaftlich" begründbaren Teil, auf den wir Sie weiterverweisen. Da ist einmal das Internet-Handbuch der Sexualität der Humboldt Universität Berlin, das eine Basis für unser Gespräch sein könnte:
http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/index.html und speziell für Ihre Fragen:
http://www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/sexuelle_selbststimulierung.html

Ferner gibt es aus dem Umfeld christlich orientierter Beratung und Psychotherapie einen Aufsatz eines schweizer Beraters und Seelsorgers, den wir Ihnen zur Lektüre empfehlen können: http://www.beratung.cbss.ch/downloads/selbstbefriedigungruppschori.pdf .

Hier wird auch über Sünde gesprochen. Ob Masturbation überhaupt eine Sünde ist, lässt sich objektiv kaum beantworten, weil sich unsere Vorstellungen über Sexualität und damit auch unsere theologischen Antworten sehr verändert haben. Hier müssen Sie sich zunächst kritisch einlesen und vielleicht alte seit der Kindheit eingeprägte Vorstellungen korrigieren. Das heißt übrigens nicht, dass die von Ihnen erwähnte Scham etwas Falsches oder Schädliches ist. Sie muß nur bewusst angegangen und "kultiviert" werden. Aber darüber könnte man ja später ins Gespräch kommen.

Ganz wichtig ist aber die Basis unseres Glaubens an einen liebenden Gott, der uns - incl. unserer Sexualität ! - nach seinem Bilde und zu seiner Zufriedenheit geschaffen hat. Unsere Leiblichkeit ist gut und von ihm so gewollt. Er hat uns als freie Menschen geschaffen, die den Umgang mit dieser Begabung lebenslang lernen und üben müssen. Er will, dass wir mit diesen Gaben glücklich werden. - Auch darüber finden Sie in den Antworten dieser Internetseite "Arbeitsmaterial", das vielleicht auf Ihre Fragen Antworten gibt.
Soviel für heute. Wir wünschen Ihnen für diese Lebensphase Kraft und Ausdauer und vor allem die Gnade des uns liebenden Gottes.

Ihr Team von der Kirch am Eck





 


 
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